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In der aktuellen Ausgabe von Ursache&Wirkung steht Achtsamkeit im Mittelpunkt. Wenn es aber darum geht, unser tägliches Leben mit Achtsamkeit in Verbindung zu bringen, so fällt mir sofort das Gegenteil ein: die omnipräsente Verführung durch Online-Inhalte.

Tatsächlich ist die digitale Dimension ein wichtiger Bestandteil unseres beruflichen, kulturellen, sozialen und privaten Lebens geworden. Dazu nur ein paar Zahlen: Acht von zehn Haushalten in Österreich verfügen über einen Internetzugang (Quelle: http://tinyurl.com/32mbf45). Fast jedes Unternehmen, jeder Verein oder jede Organisation bietet Informationen aktuell und exklusiv im Web an und Menschen vernetzen sich zunehmend über das Medium Internet (Facebook beispielsweise überschreitet die 1-Milliarden-Grenze an registrierten Nutzern). Die Angebotspalette ist so vielfältig, dass wir von diesen digitalen Möglichkeiten profitieren und unser Leben bereichern können.

Geht es um Achtsamkeit im Alltag, so stellt das Web allerdings auch eine große Herausforderung dar. Wir prüfen unsere E-Mail-Software auf mögliche neue Nachrichten in unserem Postfach, lassen Twitter und Facebook im Hintergrund laufen, um sofort auf direkte Messages und Kommentare reagieren zu können, lassen unsere Smartphones aufgedreht, um ständig und überall erreichbar zu sein (http://tinyurl.com/8jeam4w). Dabei verbringen wir einen Großteil unserer Zeit arbeitend oder studierend im Internet. Der Sprung auf eine andere Webseite ist da nur einen Klick weit entfernt und birgt das Phänomen des Sichverzettelns im Web. Man hat das Gefühl, die Zeit läuft online noch schneller als sonst.

Gerade in meinen Recherche-Seminaren betone ich immer wieder, wie wichtig es ist, sich mit einer konkreten Aufgabe und einem klaren Plan vor den PC zu setzen. Eine Recherche im Web wird sonst zu einer sich immer mehr ausweitenden Angelegenheit, bei der man von einer Seite auf die nächste gelockt wird und sich interessanten, aber zeitraubenden Aktivitäten hingibt. Unser Nutzungsverhalten im Web lässt sich bildlich schön mit dem im Buddhismus so oft verwendeten Bild des Affen, der nach allem greift, was in Reichweite gerät, darstellen. Man könnte sogar etwas weitergehen und unser Handeln im Web mit der Sprunghaftigkeit unseres Geistes, wie wir ihn ja aus der Meditation bestens kennen, vergleichen.

Es wäre aber nicht das Web, wenn es nicht auch Anwendungen und Seiten gäbe, die sich mit Achtsamkeit beschäftigen. Dabei meine ich nicht die vielen Webseiten, die Informationen zu diesem Thema liefern, sondern solche, die Achtsamkeit im digitalen Alltag unterstützen. Seiten wie diese (www.onlinemeditationtimer.com/) versuchen, Nutzer auf eine Online-Pause einzuladen, andere zeigen einfach nur eine Seite ohne Inhalt. Wie Sie am besten mit dem Phänomen der Online-Verführung umgehen? Ein erster Schritt ist es, sich klar darüber zu sein, wie umfangreich die eigene Online-Nutzung ist. Dazu öffnen Sie alle Browser, auf denen Sie surfen, und schauen sich die Historie (Verlauf) Ihres gestrigen Tages an. Überrascht?

Viel Erfolg bei der konzentrierten und achtsamen Arbeit im Web

wünscht Ihnen Mark Buzinkay

 

Mark Buzinkay, Buddhist, tätig im Bereich Online-Marketing und Informationsmanagement. Publiziert in Fachblogs über Info-Dienste. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

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