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Müde sein vom Nichtstun – wie geht das?

Anfang Juni war ich für eine Woche mit Familie und Freunden auf Urlaub auf der kroatischen Insel Losinj. Nach gefühlten zwanzig Stunden Autofahrt und 70 Grad brauchte ich erst einmal drei Tage, um richtig anzukommen und abzuschalten.
Nach diesen drei Tagen gelang es mir allerdings am Meer in Kroatien doch, voll und ganz in der Gegenwart zu leben. Ich dachte nicht an morgen und die Vergangenheit streifte mich nur abends beim orange-roten Sonnenuntergang leicht melancholisch.
Ich musste keine Pläne schmieden, da es rund um mich nur Wasser und Pflanzen gab, ich musste nicht an die alltäglichen Verpflichtungen und den Stress zu Hause denken. In Kroatien überließ ich mich dem einfachen Leben: aufstehen, rein in den Bikini, in die Sonne legen, die gute Meeresluft schnuppern und den Seeigel beim Steine sammeln zuschauen. Nicht dass ich es hier in Österreich sonst schwer hätte, aber ihr wisst schon … ich habe es sehr genossen. Leider erschien mir die Woche wie ein kurzer Moment. Eine Woche – ein Moment. Eine Woche voller Gelassenheit, Ruhe, Gegenwart, Einfachheit und Natur pur. Am Ende des Tages war ich oft müde vom Nichtstun.
Jetzt, wo ich wieder in Wien bin und im Büro sitze und mich manchmal aufrege über unnötige Dinge, habe ich diesen einen Kroatien-Urlaub irgendwo in meinem Kopf und denke an ihn und erinnere mich gerne zurück an die entspannte Stimmung und behalte so einen klaren Kopf. Was ein Urlaub so alles mit einem machen kann …
Betrachtet man das Ganze auf der Metaebene unserer Gesellschaft, so kann man ruhigen Gewissens behaupten, dass die Zeit und damit auch das im Hier und Jetzt leben immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, eben weil es seltener geworden ist. So wie Diamanten selten und damit wertvoll sind, so ist es für uns heute die Zeit und wie wir sie verbringen.

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