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Mal begegnet Dir Unzuverlässigkeit, mal wirst Du vernachlässigt, mal ganz im Stich gelassen.

Damit einhergehende Gefühle wollen viele Menschen dann möglichst verhindern. Sie wollen sie nicht wieder fühlen, weil es keine angenehmen Gefühle sind, solange Rücksichtnahme und Fürsorge als angenehm, wichtig und richtig empfunden wird.

Viele streben nach Unabhängigkeit und Stärke, um für sich selber da sein zu können, für sich selber sorgen zu können. Sie mögen es nicht, schwach zu sein, von anderen abhängig zu sein oder diese um etwas bitten zu müssen. Viele fürchten unbewusst die Ablehnung ihrer Bitte. Sie mögen weder Zurückweisung noch Ablehnung noch Hilflosigkeit. Begegnen sie hilflosen Menschen im Außen werden sie noch hilfloser und oft auch wütend (auf die Politik etc.) statt bewusst die Hilfe in der Hilflosigkeit zu SEIN.

Nicht wenige wollen anderen nicht zur Last fallen, weil andere ihnen das Gefühl geben könnten, eine Last zu sein statt willkommen zu sein. Vermeintlich stolz ziehen sie sich zurück bis sie ihrer eigenen Angst vor weiteren Verletzungen (Stichen) und Zurückweisungen auf den Grund gehen.

Wer willkommen und geachtet sein will, der will weder unwillkommen sein noch kritisiert oder missachtet werden, schon gar nicht mag er es, in der Not im Stich gelassen zu werden. So versucht er alles, diese emotionale Not zu vermeiden. Er will Gefühle der Last, der Kritik, der Ablehnung und Zurückweisung vermeiden. Sein Leben ist Vermeidung statt bewusster und achtsamer Bejahung der Fülle der Polarität.

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Und demzufolge will der Typ des „Vermeiders“ oftmals auch andere nicht im Stich lassen, damit sie nicht auch das bittere Gefühl erfahren müssen, wie es ist, vernachlässigt zu werden, im Stich gelassen zu werden oder schlichtweg unwillkommen sein.

Doch der Weg in die Fülle der Süße des Lebens führt durch die phönixartige Erkenntnis der Bitterkeit. Wer will schon Bitterkeit erfahren? Aber auch dieses Gefühl ist ein Seelenanteil.

Gefühle, die Du nicht willst, die versuchst Du oftmals auch anderen zu ersparen. Und so verläuft Dein Leben auf emotionaler Sparflamme statt in der Fülle aller Gefühle, die zugleich die Fülle Deines unendlichen Mitgefühls sind.

Der Willkommene wird sich ständig neu mit Unwillkommenheit erfahren. Jede Integration braucht eine vorhergehende Ausgrenzung, damit sie sich überhaupt erfahren kann.

Der Beschützer braucht ständig jemanden, den er beschützen kann, damit er sich wieder neu in seiner Rolle als Beschützer und Retter erfahren kann.

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