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Schwach zu sein und sich Schwäche einzugestehen, das ist ein starker Anteil seelisch bewussten Seins. Wie könnte ein Mensch sich jemals als stark oder mit Stärke erfahren, wenn keine Schwäche existieren würde?

Stärke ist der Spiegel einer jeden Schwäche, Verletzlichkeit der Spiegel einer jeden Unverletzlichkeit. Zur Verletzlichkeit gehört Stärke. Verletzlich zu sein ist keine Schwäche.

Wer Schwäche oder Verletzlichkeit in sich oder bei anderen ablehnt, der ist nicht wirklich stark, sondern voller Ablehnung. Wer in seinem Leben nur stark sein will und starke Menschen als Vorbild achtet, der ist oftmals voll unbewusster Missachtung für das Gegenteil.

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Schwäche, die der Mensch in sich erfährt, ist bewusster Teil erfahrenen Mitgefühls. Wer die Schwachen in ihren schweren Aufgaben achtet, der ist sich der ganzheitlichen Liebe bewusst.
In einer Gesellschaft, die starke Leistungen hoch achtet und ehrt, genießt die Schwäche ein ehrloses und wertloses Schattendasein abseits der Sonne – bis der Mensch sie in sich beleuchtet.
Wer es für sich ablehnt, schwach zu sein, der will selber stark sein oder sehnt sich nach starken Menschen in seiner Umgebung. Wer Schwäche ablehnt, der ist stark in seiner Ablehnung und schwach in der Annahme von Schwäche, solange er Schwäche weder bei sich noch bei anderen erträgt.
Ertragen ist eine starke Aufgabe und eine große Herausforderung. Ertragen als Schatten eines jeden Genusses existiert als Seelenanteil. Allein dieser Gedanke ist für viele unerträglich. Doch wer ertragen hat, wer schwere Lasten bewusst getragen hat, der weiß auch um die Leichtigkeit des Seins.

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