Gesellschaft

Was der arme Buddha mit meinem Kommentar zu tun hat, weiß ich eigentlich nicht, außer dass er schon vor 2.500 Jahren gesagt hat, man möge sich üben, die Wahrheit zu sprechen, will man glücklich werden. Das hat der Boris Johnson offensichtlich nicht gewusst. Nach und nach stellt sich nämlich nicht nur heraus, dass er grob gelogen, sondern den Brexit gar nicht gewollt hat.

Der ist ihm bei seinem ehrgeizigen Intrigenspiel auf dem Weg nach ganz oben offensichtlich nur passiert. Die Folgen für England und für Europa sind fatal, sie gehen in die zig Milliarden, der ganze Friedensprozess ist in Gefahr. Und was passiert dem Boris? Gar nichts! Hätte er persönlich gelogen, zum Beispiel in Bezug auf sein Gehalt, müsste er eventuell den Hut nehmen, aber dass Politiker nicht ehrlich sind, ist für uns völlig normal geworden.
Der Donald Trump sagt, würde er gewählt, baute er eine Mauer zu Mexiko, diese Mauer müssten die Mexikaner selbst bezahlen und alles wäre paletti und Amerika wieder groß. Alle wissen, dass er lügt. Alle? Wohl nur jene, die ihn nicht wählen, also die intelligentere Hälfte der Amerikaner, die andere Hälfte glaubt ihm offensichtlich, sonst würden sie ihn ja nicht wählen, so wie 52% der Engländer offensichtlich dem Boris geglaubt haben. Man kann es sich ja nicht vorstellen, aber es dürfte wirklich eine ganze Menge Menschen geben, die den Populisten auf den Leim gehen und ihren Unsinnigkeiten Glauben schenken, dem HC Strache, der Le Pen, dem Wilders.
Wenn ein Eiskastenverkäufer Mängel seines Produktes verschweigt, darf man den Eiskasten zurückgeben, wenn VW die Abgaswerte beschönigt, zahlt der Konzern 15 Milliarden € in den USA, wenn man durch Unwahrheit einen Vertrag erschleicht, wird dieser nichtig, so man das nachweisen kann, und bei Betrug in großem Stil gibt es sogar Gefängnis.
Bei Politikern ist das anders. Sie können lügen, dass sich die Balken biegen, weil wir ohnehin ihre Lügen durchschauen. Aber stimmt das wirklich? Ich bin bisher nicht auf die Idee gekommen, dass es Menschen gibt, die denen auf den Leim gehen und glauben, was sie so daherreden, aber so muss es offensichtlich sein. Solange sie nicht die Mehrheit hatten, ist niemandem etwas aufgefallen, auch mir nicht, weil sie in der realen Welt ohnehin kaum etwas bewirkt haben, sie hatten nicht die Macht und so ergaben sich auch keine Konsequenzen.
Aber nun, wo die Lügen vom Boris so enorm weitreichende und völlig unbekannte Folgen haben, muss das geändert werden.
Wenn der Trump zum Beispiel gewählt würde, hätte er, sagen wir einmal, drei Monate Zeit für seinen mexikanischen Zaun, den die Mexikaner zu zahlen hätten. Wenn der Zaun nicht kommt, wird die Wahl annulliert und der Donald müsste für den Schaden aufkommen. Andernfalls Gefängnis.
Ich bin also der Meinung, der Boris soll jetzt die Milliarden Milliarden oder Billionen Billionen, die er vermurkst hat, begleichen oder – wenn er das nicht kann – genauso hinter Gitter kommen. Bei solchen Summen sind 100 Jahre sicher nicht zu viel.
Spaß beiseite: Wir brauchen einen neuen Stil in der Politik. Was überall gilt, muss auch in der Politik gelten. Für grobe Unwahrheiten im Wahlkampf müssen die PolitikerInnen geradestehen, der Schaden muss errechnet werden und die Verursacher haben dafür aufzukommen. Immunität kann für sie nur gelten, wo das Sinn macht, das Belügen der WählerInnen gehört sicher nicht dazu.
So wie bei David Cameron und Boris Johnson kann es nicht weitergehen. David hat die Abstimmung vom Zaun gebrochen, weil er sich persönliche politische Vorteile davon versprach, aber er hat zumindest nicht gelogen. Ihm wird man wenig anhaben können, denn unsere Absichten sind unser Geheimnis. Boris aber hat, ebenfalls aus persönlichem Kalkül, ganz plump Zahlen gefälscht. Warum ihm 52% der InselbewohnerInnen geglaubt haben, ist mir zwar unverständlich, aber es ist eine Tatsache. Das, was für den Eiskastenverkäufer gilt, muss auch für ihn gelten. Er kann nicht Politiker bleiben und muss vor Gericht gestellt werden.

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Kommentare   

# Sylvia Václav 2016-07-11 11:50
Ja, das denke ich mir auch immer öfter: Wenn Politikerinnen Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen müssten ... Wenn man ihnen bewusst machen könnte, dass es um das Leben von MENSCHEN geht, das sie mit oft eitlen Fehlentscheidungen beeinträchtigen ...
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