Buch

Entscheidungsfreiheit, Verantwortlichkeit, Wertesensibilität, Liebesfähigkeit und personale Würde assoziierte Frankl mit dem Begriff ‚Geistigkeit' als jenen spirituellen Funken, der den Menschen zum Menschen macht.

In Abgrenzung von der Psychoanalyse Freuds und der Individualpsychologie Adlers entwickelte der Wiener Psychiater Viktor E. Frankl (1905-1997) seine Logotherapie. Durch die zentrale Fokussierung auf die Sinnfrage stand er wiederholt in Berührung mit der Religion.
Elisabeth Lukas ist vermutlich Frankls bekannteste Schülerin. Sie hielt Vorträge an mehr als 50 Universitäten und ihre über 30 Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt. Frankl betont im Vorwort zum ersten Buch von Lukas (1980), das nun auch für ‚Der Schlüssel zu einem sinnvollen Leben' Verwendung fand, dass logotherapeutische Bücher der Selbsthilfe dienen können. Diese seien nicht unbedingt als Fachliteratur an Psychotherapeuten adressiert, sondern ‚vielmehr an den Patienten selbst – und auch an den (noch) gar nicht neurotischen Leser'. Nach dem Motto: „Ein Buch über Logotherapie ist Logotherapie." Das trifft selbstverständlich auch auf Lukas' jüngstes Buch zu. Es enthält wertvolle Gedanken zu Themen wie Leidbewältigung, Sucht, Luststreben, Werteverlust, Gott, Sterben und Ewigkeit. Das mit Praxisbeispielen angereicherte Werk bietet sich an als wunderbare Einstiegsmöglichkeit in die therapeutische Lehre Frankls. Und es inspiriert zu einem wertorientierten und sinnerfüllten Leben.

Sachbuch
Kösel 2011
368 Seiten

Rezensent: Christian Rieder