DVD

Maria ist 14 Jahre alt und möchte heilig werden. In 14 Stationen folgt sie Jesus auf seinem Kreuzweg, um am Ende in den Himmel zu kommen. Ein Film der zeigt wieviel Leid fundamentalistische religiöse Gruppen anrichten können.

Aufgehängt wird diese Botschaft an einer fiktiven christlichen Sekte, sie gilt aber für radikale Gruppen aller Religionen.
Und doch blieb bei mir ein schaler Nachgeschmack zurück: Dem sinnlosen und aus falsch verstandener Frömmigkeit verursachten Tod des jungen Mädchens wird am Ende doch noch ein Sinn gegeben. Er wird mit dem Kreuzweg Christi in Analogie gesetzt: Der kranke Bruder, für den sie den Tod auf sich genommen hat, wird wie durch ein ‚Wunder' im Augenblick ihres Todes geheilt und der harte, unmenschliche Panzer der Mutter bricht auf. Und als Höhepunkt kommt sie, wie der Heiland selbst, auch noch in den Himmel!
Meine Schlussfolgerung: Ein interessanter und sehenswerter Film, der in seiner Aussage aber widersprüchlich bleibt. Böse Sekten – nein, aber eine Glorifizierung des tragischen und nicht ganz freiwillig auf sich genommenen Todes des Mädchens. Dem mag ich mich nicht ganz anschließen. Wenn ich mich zwischen einem schmerzvollen Tod am Kreuz und einem Weg der Liebe entscheiden soll, fällt mir die Wahl nicht schwer.

Kinofilm
23. Mai 2014
107 Minuten

Rezensent: Bernd Meister