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Schau, ob Dir Bedürftigkeit Angst oder Freude bereitet. ‚Zu sich stehen‘ bedeutet auch, sich in seinen tiefsten Bedürftigkeiten zu erfahren und zu seinen Bedürftigkeiten zu stehen.

Sehnsüchte sind die unleugbare Wahrheit innerer Bedürftigkeit, solange Sehnsucht in dem Menschen brennt. Auch brennende Eifersucht darf sein, wenn sie ist. Sie ist Ausdruck Deiner inneren Bedürftigkeit, Deines Feuers. Also beschäftige Dich mit dem, was Dich brennend ergreift oder interessiert. Wenn Gefühle von Dir Besitz ergreifen, dann steuerst Du die Ergreifung nicht, bevor Du sie durchschaust.

Wenn Du Abhängigkeit oder innere Bedürftigkeit ablehnst, dann ist dies nur der Spiegel Deiner Liebe zur Unabhängigkeit. Der Schatten gibt den Blick auf das Licht frei. Doch das Licht der Unabhängigkeit braucht seinen stetigen Schatten der Abhängigkeit.

In der Tiefe bist Du von Deinen Gefühlen abhängig, weil Du ohne sie gar keine Orientierung hast. Wenn Du nicht fühlst, wer oder was Dir wichtig ist, wie könntest Du es wahrhaft wissen?

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Jede Sucht ist Ausdruck von Sehnsucht. Also finde all das heraus, wonach Du Dich am meisten sehnst. Um Dich nach etwas sehnen zu können, musst Du es vermissen, muss es Dir fehlen. Oftmals reicht schon die Angst aus, etwas oder jemanden zu verlieren. Und so wollen wir lieber besitzen statt verlieren. Doch Gefühle lassen sich nicht besitzen, schon gar nicht erzwingen. Wer ständig etwas erzwingen will, der ist höchst zwanghaft. Und wer ständig neu gewinnen will, der ist höchst süchtig nach den Gefühlen des Erfolgs. Darin ist nichts Verwerfliches, es sei denn, der Mensch verurteilt es.

Siegen will sich erfahren. Verlieren will sich erfahren. Es sind Erfahrungen mit Gefühlen und so wollen wir immer wieder neu (Gefühle) gewinnen statt verlieren. Die Gefühle des Verlierens oder Versagens wollen wir nicht. Genau diese aber brauchen unser bewusstes Mitgefühl.

Dem Sieger gebührt die Ehre, dem Verlierer das Mitgefühl, weil er (zumeist unbewusst) den Spiegel (Schatten) der Niederlage auf sich nimmt. Der Sieger braucht in seiner Bedürftigkeit den Verlierer so wie der Erste den Zweiten.

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