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"Das Buch ist das Wichtigste in meinem Leben geblieben." - Das spirituelle Lieblingsbuch von Ruth Maria Kubitschek.

Bulgakow (1891-1940) nimmt in der russischen Literatur die Stellung eines großen Satirikers ein.
,Der Meister und Margarita‘, sein bekanntestes Werk, begann er 1928 zu schreiben. 1940, kurz vor seinem Tod, diktierte er die letzte Fassung. Zwar ist das Werk von der russischen Zensur erheblich gekürzt worden, dennoch entwickelte es sich in Russland schnell zu einem ‚Bestseller‘.
In diesem Werk vereint Bulgakow Witz und Satire. Er beschreibt das Leben in Moskau im 20. Jahrhundert. Welchen Stellenwert haben die menschlichen Werte, Gott und der Teufel, Leben und Tod? Feigheit ist für ihn die größte Sünde. Er lässt den Leser auch an der Welt der Künstler und der Kunst teilhaben.
Für mich war dieses Werk, als ich noch in der damaligen DDR lebte, das eindrucksvollste, mutigste und bei allem Furchtbaren, das Margarita erleben musste, dennoch ein zutiefst humorvolles Buch.
Ich erinnere mich noch gut an den Abschnitt, in dem zwei Journalisten der Iswestija auf einer Bank sitzen und sich darüber unterhalten, ob die Geschichte über Jesus in der Sowjetunion überhaupt tragbar sei, und wenn ja, wie man das schreiben könnte. Mitten in dieser Diskussion setzt sich ein Herr, der mit einem altmodischen karierten Anzug bekleidet ist, zu ihnen und meint: „Meine Herren, ich war doch damals dabei, das stimmt so, wie es geschrieben steht!“
Diese Beschreibung ist so urkomisch, voll des schwarzen Humors, weil es teilweise auch so tragisch ist, da die Journalisten unter Stalin keine Rede- und Schreibfreiheit besaßen.
Dann residiert der Teufel mit einer großen Katze in einer Altbauwohnung in Moskau und hält Hof, und alle Lügen der Sowjetunion treten ins teuflische Licht der Wahrheit. Margarita wird, um ihre Liebe zu retten, die Empfangsdame von Mephisto, als alle Mörder der Weltgeschichte eine Audienz bei ihrem Meister haben.
Am Morgen danach fliegt Mephisto mit Margarita über Moskau und weiter – das ist alles so beeindruckend zwischen Wahnsinn und Schönheit.
Bulgakow, der es sehr schwer hatte, sagte zu Stalin: „Wenn ich nicht schreiben kann, wie ich muss, müssen Sie mich töten.“
Das Buch ist für mich das wichtigste in meinem Leben geblieben.

Ruth Maria Kubitschek, geboren 1931, wusste schon im Alter von vier Jahren, dass sie Schauspielerin werden möchte. Sie studierte in Halle und Weimar die Schauspielerei und wurde einem breiten Publikum durch ihre Rolle im Francis-Durbridge-TV-Krimi ‚Melissa‘ bekannt. Im Laufe ihrer Karriere erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen wie den ‚Goldenen Gong‘, den ‚Bambi‘ und die ‚Goldene Kamera‘. Mit dem sehr erfolgreichen Kinofilm ‚Frau Ella‘ verabschiedete sie sich von ihrem geliebten Beruf und widmet sich jetzt der Malerei, dem Schreiben von Büchern und spirituellen Themen.

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